Schulleiterin zeigt Mut

Grundschulen sind elementar für die Entwicklung von Kindern

Grundschulen sollten das grundlegende Wissen zur Lebensgestaltung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben vermitteln.

Für Grundschulen heißt das, das Lesen, Schreiben und Rechnen zu vermitteln.

Deshalb sind entspannte Lernbedingungen an Grundschulen für Kinder und Lehrer elementar.

Doch was ist, wenn diese nicht gegeben sind.

Eine Schulleiterin in Bremen (Nord) hat nun eine mutige Entscheidung getroffen und öffentlich die Umstände an ihrer Schule geschildert.

Erschreckend und nicht überraschend

Ich kann mich daran erinnern, dass die Grohner Düne schon immer ein problematischer Ort war. Auf dem Hintergrund ist das seitens der Schulleiterin Berichtete nicht überraschend.

Erschreckend sind die Zustände dennoch.

Die Leiterin der Schule* wird im Weser Kurier folgender Maßen zitiert:

Grundschüler und ihre Familien bedrohen Lehrer. Der Krankenstand im Kollegium ist hoch. Kinder aus Clans der Grohner Düne kommen ohne Spielkompetenz in die Schule und zerstören die Motivation der Mitschüler, die sich auf den Unterricht freuen. Dazu haben vierzig Prozent aller neuen Schüler Migrations- und Fluchterfahrung und sprechen kaum Deutsch. Mit diesen Schilderungen hat Astrid Drüke, Leiterin der Schule am Wasser, einen Hilferuf an die Politik gerichtet.

Es werden also 4 Phänomene benannt.

Bedrohung von Lehrern

Die Schulleiterin wird hierzu wie folgt zitiert:

Wir haben dann von der Polizei gelernt, dass es juristisch erst eine Bedrohung ist, wenn die mit der blanken Waffe vor uns stehen. Bis dahin ist es juristisch eine Nötigung.

Auf dejure.org ist etwas anderes zu lesen.

Man muss vorsichtig sein, Bewertungen vor zu nehmen. Allerdings entstehen bei mir erhebliche Zweifel, ob da wirklich begriffen wird, unter welchen Bedingungen in Bremen Nord Schule angeboten werden soll.

Hoher Krankenstand

Ein hoher Krankenstand ist aufgrund des Umgangs mit Bedrohungen seitens der Behörden ganz offensichtlich die logische Folge.

Ein hoher Krankenstand zeigt deutlich, dass etwas grundlegend nicht stimmt, die Belastungen im Schulalltag zu hoch sind oder das Personal zu einem großen Teil nicht weiter belastbar ist.

Mangelnde Spielkompetenz

Das bedeutet, dass viele Kinder nicht mit den notwendigen Voraussetzungen an die Schule am Wasser kommen. Aufgrund der beiden ersten Phänomene ist dies umso problematischer, wobei ich mir sicher bin, dass dies inzwischen für viele Grundschulen gilt.

40% der Schüler mit mangelnden Deutschkenntnissen

Tja; was soll ich dazu sagen? Wie Politik und Bildungsbehörde darauf kommen kann, dass diese Schülerschaft mit einer personell ’normalen‘ Ausstattung angemessen beschult werden kann, zeigt, dass die Entscheidungsträger von Pädagogik wenig bis gar nichts verstehen.

Ein Hilferuf und peinliche Einwerfungen

Die Schulaufsicht wird so zitiert:

Die Schule am Wasser gehöre zu den 15 Schulen stadtweit, die sich in einem sogenannten Entlastungsprogramm befinden. Das bedeute Entlastungsstunden für die Lehrer, mehr Schulsozialarbeit und mehr Unterricht für die Schüler – etwa einer Mathestunde mehr pro Woche.

Entlastungsstunden für Lehrer?

Entlastungsstunden beheben die grundlegenden Schwierigkeiten nicht und sind meines Erachtens ein Alibi-Instrument.

Mehr Schulsozialarbeit?

Schulsozialarbeit verkommt zunehmend zu einem faulen Instrument zur Aushöhlung der Jugendämter. Jugendämter sind erster Ansprechpartner, wenn innerfamiliäre Probleme in Familien offenkundig werden. Wenn Schüler Lehrer bedrohen, ist dies der Fall; siehe § 8a Sozailgesetzbuch VIII.

Mehr Matheunterricht?

Das kann nur ein schlechter Witz sein. 1 Stunde mehr Unterricht für Kinder, die fast zur Hälfte dem Unterricht nicht folgen können?

Fazit

Die steuernde Behörde, hier die Bildungsbehörde, macht ihre Hausaufgaben meines Erachtens nicht. Ob das daran liegt, dass dort nur fachfremde Personen verantwortlich sind oder ob es andere Gründe dafür gibt, wäre Spekulation.

Die Schulleiterin zeigt enormen Mut und wird wahrscheinlich genauso scheitern wie andere Schulleiterinnen auch.

Es bestätigt sich erneut, was ich aus meinem privaten Umfeld zu hören bekomme. Lehrer, insbesondere diejenigen, die engagiert sind, werden derzeit massiv verheizt. Referendare an einer solchen Schule in den Schuldienst zu schicken grenzt meines Erachtens an (grobe) Fahrlässigkeit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.